Ihr Baby ist da, wie geht es weiter?

 

Wenn alles gut gegangen ist, sehen wir uns im ersten Jahr nach Ihrer Geburt nicht viel. Sie kommen sechs bis acht Wochen nach der Geburt zur Nachuntersuchung, einmal Check-up bitte, wir schnacken, wie es mit der Verhütung für Sie weiter geht, was macht Ihr Beckenboden... und dann sitzen Sie mit dem Kindervorsorgeheft ganz oft beim Kinderarzt und brauchen uns hoffentlich nicht. Aber das erste Jahr kann auch belastet sein, durch Probleme nach der Geburt:

 

Geburtshilfliche Narben

Dammschnittnarben oder die Narbe eines Kaiserschnittes, die deutlich länger als drei Monate nach der Geburt Beschwerden macht. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, langem Gehen oder Stehen bei Dammnarben. Wattiges, komisches Gefühl im Unterbauch oder Schmerzen die teils in den Rücken oder ins Bein einstrahlen nach einem Kaiserschnitt. Wenn Selbstmassage und Osteopathie nicht helfen, kann Neuraltherapie eine gute Möglichkeit sein, die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Bitte sprechen Sie uns an oder nutzen das Kontaktformular.

 

Beckenboden & Blasenprobleme

Ihr Beckenboden ist nicht mehr das, was er mal war. Sie haben Schwierigkeiten, diese in ihrem Körper verborgenen Muskeln anzusteuern? Beckenboden-Training und Rückbildungsgymnastik als Einzel-Termine und nicht in der Gruppe sind viel effektiver und persönlicher. Wir empfehlen Ihnen gerne Pysiotherapeutinnen, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten.

Ihre Blase lässt sie im Stich, bei Husten, Niesen, Lachanfällen tropft es? Die Blase ist oft nach einer Geburt etwas gesenkt, das Gewebe weich und durch den veränderten Hormonspiegel in der Stillzeit ist der Tonus (die Spannung) und die Schichtdicke der Blase und der Vaginalwände etwas dünner. Mit Beckenboden-Training geht vieles wieder, aber es kann etwas Geduld erfordern. Daher ist zum Überbrücken häufig ein Pessar, dass die Blase stützt und im Handumdrehen die Kontinenz wieder herstellt, eine super Idee. Zu den Pessaren finden Sie etwas im Blogbeitrag zur Stressinkontinenz unter "Einz, Zwei, Drei..."

 

Es geht Ihnen psychisch & emotional nicht gut, Sie sind erschöpft

Sie haben Ihre Geburt als traumatisch erlebt, benötigen Hilfe bei der Aufarbeitung. Wir haben zwar keine ausgebildete Psychotherapeutin an Bord, sind aber gut vernetzt. Bitte sprechen Sie uns für eine Empfehlung an. Verursacht das Erlebte Schlafstörungen oder andere Symptome, sind als erste Hilfe pflanzliche Mittel oft sehr hilfreich und viele (wir wissen welche) schaden in der Stillzeit Ihrem Baby nicht. Haben Sie das Gefühl, Sie sind antriebslos, werden dem Alltag mit ihrem Baby nicht gerecht, Schuldgefühle, keine gute Mutter zu sein oder keine gute Beziehung zu Ihrem Kind aufbauen zu können, bestimmen Ihr Denken? Es kann eine beginnende Wochenbetts-Depression aber auch schlicht und ergreifend Erschöpfung und ein Mangelzustand (Eisen, Vitamin B12 etc.) sein. Bitte melden Sie sich, wir helfen Ihnen gerne mit Rat & Tat.  Wenn es arg ist, helfen wir auch gerne, eine Therapeutin oder Psychiater zu finden (nein, die beißen nicht, wir kennen da ganz wunderbare Kollegen. Es ist auch nicht peinlich die Kollegen aus dem Bereich für die Psyche hinzuzuziehen! Es kann sehr, sehr hilfreich sein, nach einem holprigen Start in ein gutes, zufriedenes Familienleben zu finden. Das nützt nicht nur Ihnen sondern auch ihrem Baby).

 

Die Unterschiede von "Baby Blues" = Heultage und Wochenbettsdepression

Baby Blues

Beginnt meist am dritten Tag nach der Geburt und ist in der Regel nach einigen Tagen, spätestens vier Wochen wieder vorbei.

  • Tränen
  • Angst
  • Frustration
  • Müdigkeit
  • Emotionale Achterbahn

Beim 3Keys HypnoBirthing bekamen Sie handfestes Werkzeug, wie Sie statt "Baby Blues" für "Baby Bliss" sorgen können und sich für eine postpartale Wohlfühlstimmung ausrüsten. Sollte der Inhalt des Kurses nicht ausgereicht haben, melden Sie sich bitte umgehend bei uns.

 

PND/Postnatale Depression

Normalerweise Beginn 4 Wochen nach der Geburt, kann aber bis zu einem Jahr nach der Geburt entstehen – dann ist der BabyBlues längst vorbei.  Zu den Symtomen einer PND gehören:
  • Angst/ Panik/ Nervosität
  • Erschöpfung
  • Hoffnungslosigkeit
  • Essens- und Schlafprobleme
  • Übermäßige Sorge um das Baby
  • Konzentrationsschwäche und Gedächtnisverlust
  • Schwierigkeiten bei der Bindung zum Baby
  • Mangelndes Interesse an dem Baby
  • Gefühle von Schuld, Unzulänglichkeit
  • Angst, dem Baby zu schaden
  • Extreme Hochs und Tiefs
 
Wenn Sie diese Symptome haben, nicht warten, nicht hoffen, dass es von alleine vorbei geht. Es gibt gute, hilfreiche Therapien! Sprechen Sie mit uns oder Ihrer Hebamme!
 
Während des Praxisurlaubs und am Wochenende: diese Notrufnummern sind immer besetzt

Der Verein "Schatten & Licht e.V." hat einen Selbsttest entwickelt, wenn Sie den Verdacht haben, an PND erkrankt zu sein. Dort finden Sie auch Selbsthilfegruppen.

 

 

Ausführliche Verhütungsberatung nach der Geburt - im Rahmen der Nachuntersuchung

Online-Kurs Verhüten nach Geburt

Für die Nachuntersuchung 6-8 Wochen nach einer Geburt, nehme ich mir immer Zeit für eine Verhütungsberatung. Im allgemeinen haben wir ja bereits in der Schwangerschaft darüber gesprochen, wie es weitergehen soll, mit der Familienplanung. Hier nochmal Ihre Optionen:

  • Kondome: gehen immer!
  • Diaphragma: ab 6 Wochen nach der Geburt, eine Nachtastung/Größenüberprüfung kann bei der Nachuntersuchung erfolgen. Sie haben noch keine Erfahrung mit Diaphragmen? Unsere Hebamme Finnja Kreft passt Caya- und Singa-Diaphragmen an.
  • Alle Formen von intrauteriner Verhütung: Ab drei Monaten nach der Geburt ist dies möglich. Wir messen Ihre Gebärmutter vorher aus, damit Sie das optimal zu Ihnen passende Verhüterli bekommen. Sie können sich bei uns eine Kupfer-Spirale, Kupferkette, Kupferball legen lassen.
  • Natürliche Familienplanung (NFP am besten nach Sensiplan®- hinter dem Link finden Sie das Stillzyklusblatt, bitte nach unten scrollen): beachten Sie bitte die besonderen Regeln für die Stillzeit und nach der Geburt. Wenn Sie die Laktations-Amenorrhoe-Methode nutzen wollen, beachten sie auch dort die Regeln, sonst kommt das nächste Baby schneller als gedacht.
  • Die Pille und andere hormonelle Verhütung (Hormonspirale, Stäbchen) bekommen Sie selbstverständlich auch von uns, auch wenn wir alle eher der Verhütung ohne Hormone zugeneigt sind. Östrogenfreie Pillen und  sind ab 6 Wochen nach der Geburt möglich, Kombinationspillen erst nach dem Abstillen.

 

Wenn Sie nicht bereits Patientin bei uns in der Praxis sind, nutzen Sie bitte den Online-Kurs oder wenden sich an die Kollegin, die Sie in ihrer Schwangerschaft betreut hat.

Wir nehmen neue Patientinnen nach Geburt nur bei Beschwerden z. B. schmerzhafte Dammnarben auf.