Endometriose: aufräumen & Ordnung schaffen

von (Kommentare: 0)

5 Homöopathie-Tipps für Familien

Endometriose, eine sehr häufige Erkrankung junger Frauen und noch häufiger eine Diagnose bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Es heißt immer, mit Endometriose schwanger werden ist schwieriger. Bei der Endometriose wachsen Herde von Gebärmutterschleimhaut an Orten, an denen sie nichts zu suchen haben: auf dem Eierstock (Zysten), Bauchfell, Darm und Blase. Selten finden sich diese Absiedelungen auch weit entfernt in anderen Organen, häufig auch in der muskulären Wand der Gebärmutter selber, dann heißt die Endometriose "genitalis interna" oder auch Adenomyose. Die Diagnose macht Frauen oft Angst, die sich dann fragen: "kann man mit Endometriose schwanger werden?" Ich sage dann immer "Mann" eher nicht, aber Sie mit großer Wahrscheinlichkeit schon, nur: Sie sollten selber aktiv werden. Wir Ärzte können einen Teil der Therapie leisten, in ihrem Leben Ordnung schaffen, dass müssen Sie selber.

 

Ein anderer Blick auf Endometriose

Warum sind die Herde der Gebärmutterschleimhaut nicht dort, wo sie hingehören. Warum können sie sich ausbreiten. Eine der Theorien, warum Endo entsteht, ist die Immunologische Dysregulation. Das deckt sich mit meinem, naturheilkundlich geprägtem, Blickwinkel. Eigentlich ist unser Immunsystem darauf ausgerichtet, Zellen, die an falschen Orten sind oder sich anders verhalten als es in dem jeweiligen Gewebeverband passt, einzufangen und zu vernichten. Aber Endometriose wächst an falschen Orten. Warum passt das Immunsystem nicht auf, wo ist der Webfehler im System oder was hindert den Körper, Grenzen zu setzen, Dinge an ihrem Platz zu lassen? Endometriose ist ein Thema der Grenzflächen, der nicht eingehaltenen oder geschwächten Grenzen. Und was lebt auf unseren "Grenzflächen" des Körpers, den Bereichen, in denen wir auf das Außen treffen? Das sind die Haut, der Darm, die Vagina und Gebärmutterschleimhaut, die Atemwege? Bakterien! Wir sind von mehr Bakterien besiedelt, als wir Körperzellen haben und diese haben wichtige Aufgaben.

 

Endometriose, Darmmikrobiota und das Estrobolom

Die Wiege unseres Immunsystems ist der Darm, der Dialog der guten, dort hingehörenden Bakterien. Diese helfen uns bestimmte Vitamine wie Biotin oder Vitamin K ausreichen aufzunehmen. Sie prägen vor allem auch unser Immunsystem. Das betrifft Infekte, Allergien und nach meiner Erfahrung auch die Endometriose. Die Darmmikrobiota haben bei Endometriose zwei Funktionen. Zum einen, das Immunsystem zu trainieren, damit es gut reagiert. Gebärmutterschleimhautzellen, die während der Menstruation über die Eileiter in den Bauchraum tropfen (retrograde Menstruation) gehören weggefangen und abgebaut. Ist das Immunsystem eingeschränkt, kann es diese Kontrollfunktion nicht ausüben.

Zum anderen sind die Bakterien in unserem Darm dafür zuständig wie abgebautes Östrogen ausgeschieden und verstoffwechselt wird. Bei Veränderungen der bakteriellen Darmbesiedelung kommt es zu eine Wiederaufnahme von Östrogenabbauprodukten. Sozusagen übertriebener "Recycling-Wahn". Das Estrobolom bezeichnet die Östrogenstoffwechsel-Leistung der Darmbakterien. Wenn diese nicht gut funktioniert, werden proliferative = wuchernde Krankheiten begünstig, dazu gehört Brustkrebs, genau so wie Myome oder eben auch Endometriose durch eine "hausgemachte Östrogendominanz" .

 

Endometriose un-konventionell behandelt

Ich untersuche seit über 15 Jahren bei jeder Endometriose-Patientin die Zusammensetzung der Darmmikrobiota und vor kurzem hatte ich tatsächlich eine Patientin, die eine völlig normale, unauffällige Darmflora hatte. Gefühlt die erste seit 10 Jahren. Der Operationsbericht beschrieb aber auch nur zwei winzige, stecknadelkopfgroße Endometriose-Herde im Douglas´raum, der Bauchfelltasche hinter der Gebärmutter. Die Bauchspiegelung hatte sie auch nicht wegen starker Schmerzen bei der Menstruation oder andere Endo-typischer Beschwerden durchführen lassen sondern zur Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit bei Kinderwunsch.

Bei fast allen meiner Endometriose-Patientinnen fehlen bestimmte Gruppen und Stämme von Milchsäurebakterien. Was die Naturheilkunde schon lange wusste, so langsam kommt es auch in der Forschung an: gute Bakterien im Darm mindern die Schmerzen bei Endometriose. Wozu es noch keine Forschung gibt, ist die Verhinderung der Rezidive, des Wiederkommens der Endometriose. Aus meinen jetzt über 15 Jahren mit einer naturheilkundlichen Gynäkologie-Praxis weiß ich: Frauen, die Ihre Darmmikrobiota pflegen, sich gut und der Erkrankung gemäß ernähren und in ihrem Leben aufräumen, werden oft trotz Endometriose schnell schwanger und haben sehr selten Rezidive. Ja, neue Herde kommen vor, aber bei den Patientinnen, die sich auf den Weg machen, selber aktiv zu ihrer Gesundheit beizutragen, deutlich seltener als der Durchschnitt der Endometriose-Patientinnen. Idealerweise beginnt das Ordnen gleich nach der Diagnose.

Die Behandlung der Mikrobiota des Darms über Pre- und Probiotika aber auch durch Ernährung ist einer der Grundpfeiler meiner  Behandlung, die auf künstliche Hormone verzichtet. Mikrobielle Präparate, die das Immunsystem anregen, sich zu normalisieren, gehören auch dazu, ebenso wie Heilpflanzen und das Aufräumen in Küche, Bad und Leben allgemein.

 

Aufräumen und Ordnung schaffen

Ordnungstherapie, das Leben ordnen, die Königsdisziplin der Naturheilkunde. Zwei Gründe stehen bei Endo dahinter, zum einen ganz praktisch und stofflich: alles, was eine Östrogendominanz und damit das Wachstum von Endometriose-Herden fördern kann muss weg: Wir fangen in Bad und Küche an

  • Xenoöstrogene in der Kosmetik: ToxFox und/oder CodeCheck aufs Handy laden und das Badezimmer durchforsten. Vor allem Kosmetika wie Bodylotion oder Sonnencreme, die großflächig aufgetragen werden, enthalten oft östrogenartig wirkende Stoffe und müssen weg. Allerdings können diese Apps immer nur ein Hinweis sein, gerade Frauen mit Allergien werden durch CodeChek-Apps nicht immer ausreichend gewarnt, wenn dann Ersatzprodukte gesucht werden, die keine hormonaktiven Substanzen enthalten.
  • Plastikgefäße wie Schüsseln in der Küche, die Weichmacher enthalten: bitte ersetzen durch Edelstahl, Glas oder anderen Stoffen, die keine hormonellen Disruptoren, so werden Chemikalien genannt, die unser Hormonsystem stören, enthalten
  • Viel Gemüse essen, Zucker und andere kurzkettige Kohlenhydrate weitgehend zu meiden ist essentiell. Milchprodukte und auch Soja sollten sehr sparsam verzehrt werden. Strikt vegane Ernährung ist nicht nötig, kann sogar problematisch sein, ausführlich erzähle ich dazu etwas in der FrauenKlassen Endometriose. Raus mit Fertignahrungsmitteln die viele Zusatzstoffe und vor allem Konservierungsstoffe enthalten. Was Bakterien in Nahrungsmitteln am Wachsen hindert, damit sie lange haltbar sind, stört oft auch unsere Darmbakterien.
  • Grenzen setzen bei Menschen, die die eigenen Grenzen nicht achten. Gute Selbstfürsorge heißt nicht nur, gesund zu essen und regelmäßig zum Sport zu gehen. Gerade bei Endometriose ist auch das klare Abgrenzen in persönlichen Beziehungen ein Thema, dass immer wieder bei meinen Patientinnen auftaucht.
  • Den Kopf, die Gedanken sauber-halten! Die großartige amerikanische Kollegin Dr. Christine Northrup sagte vor einiger Zeit auf einem Kongress sehr treffend: "Der wichtigste endogene Disruptor ist der eigene Geist!" Eine positive Beziehung zu sich selbst, ein gutes Mindset und vor allem freundlich mit sich selber sprechen, das sind für alle Frauen, gerade aber auch bei Endometriose, wichtige Punkte.

 

Das was wir denken, prägt unsere Realität! Wenn wir ständig denken "mit meiner Endometriose ist es schwierig schwanger zu werden" , schaffen wir eine selbst-erfüllende Prophezeiung. Wenn im Kopf ständig negative Gedanken kreisen, kann unter Umständen eine medizinische Hypnose eine gute Hilfe sein, sich wieder auf positive Inhalte einzustimmen.

Endometriose ist definitiv kein Verhütungsmittel. Ich kenne etliche Patientinnen, die mit Endo ungeplant schwanger wurden, weil sie glaubten, unfruchtbar zu sein. Natürlich kann ich nie garantieren, dass die Endo nicht wiederkommt oder dass ein Baby geboren wird, aber es gibt deutlich mehr zu tun als Pillen & Spritzen. So, wie in dem Bild unten, so muss es nicht sein!

In der FrauenKlasse Endometriose, einem Online-Vortrag mit Skript, gehe ich näher und tiefer auf Ernährung, Life-Style und ganz praktische Tipps, was Frauen mit Endometriose tun können, ein.

 

 

Wenn Sie mehr Geschichten, Informationen und Musiktipps von mir möchten, melden Sie sich zum Newsletter an.

 

 

 

*Disclaimer:

Die Beiträge dieses Blogs dienen der allgemeinen Information über gesundheitliche Themen. Sie können und sollen in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Sie sollten daher die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheits-bezogene Entscheidungen verwenden und sie dürfen nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Zur eigenverantwortlichen Behandlung geringfügiger Gesundheitsstörungen finden  Sie hier Informationen zu Teemischungen und Produkten, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Es entbindet sich nicht von der Pflicht, die Beipackzettel zu studieren und ggf. Rat von Ihrer Ärztin oder Apothekerin einzuholen. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen. Die Inhalte erheben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden.

Bildnachweis /Fotos: Dr. Dorothee Struck, Joachim Struck, gekauft bei Jumpstory, Depositphotos oder Creative Commons

Auf Grund des Heilmittel-Werbe-Gesetzes geben wir hier keine konkreten Empfehlungen für Präparate, bitte fragen Sie in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke, wenn Sie nicht bei uns Patientin sind.

Zurück