Kleine Probleme, kleine Sorgen, große Probleme... besser nicht

von docdodo (Kommentare: 0)

Die Patientinnen, die länger bei uns sind, wissen, dass die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung bei uns kurz „TÜV“ heißt. Mir ist es immer sehr wichtig, zu betonen, dass der Check-up, den wir Frauen regelmäßig durchführen lassen sollten, genau das ist: eine Früherkennung für eine Vielzahl möglicher Probleme. Es geht beim „TÜV“ nicht nur darum, Vorstufen von Muttermunds-Krebs durch die Abnahme eines „PAP“-Abstrichs1. zu finden, dazu gab es bereits einen Blog-Beitrag. Aber da dieses Thema mir sehr wichtig ist, möchte ich Ihnen dazu eine sehr kluge Geschichte aus der traditionellen Chinesischen Medizin, die mit Frau Dr. Krüger wieder mehr Raum in der Praxis bekommt, teilen und Sie ermuntern selber aktiv zu werden.

 

Ein guter Arzt erkennt Probleme, so lange sie klein sind!

Es gibt eine Legende aus der Chinesischen Medizin, bei dem ein Mandarin einen berühmten Arzt aufsucht und ihn bittet, an den kaiserlichen Hof zu kommen, denn der Ruf seiner guten Behandlungen wäre bis in die Hauptstadt gedrungen. Der Doktor lehnt bescheiden ab, mit dem Hinweis, so gut wäre er nicht, schließlich würde er die richtige Diagnose und Therapie erst finden, wenn die Patienten massive Beschwerden hätten. Sowas spricht sich natürlich herum, aber sein älterer Bruder wäre ein viel besserer Arzt. Dieser würde schon bei leichten Symptomen die richtigen Schlüsse ziehen. Aber dieser Bruder sei nur innerhalb des Bezirkes bekannt. Wenn der ehrwürdige Mandarin aber einen richtig guten Doktor mit in die Hauptstadt nehmen wolle: sein jüngster Bruder sei ein wahrer Meister der Medizin. Da dieser schon im Vorfelde erkenne, welche Krankheiten drohten und den Nachbarn vorbeugende Maßnahmen und Kräuter verordnete, habe es sich noch nicht mal bis ans andere Ende seines Dorfes herumgesprochen, was für ein genialer Arzt in dieser durch und durch gesunden Nachbarschaft hausen würde.

 

Dieser jüngste Bruder des Ärzteclans wusste genau um den Unterschied zwischen Früherkennung und Vorbeugung von Erkrankungen.

Aber wir Ärztinnen können Probleme nur frühzeitig erkennen; das Risiko mindern, überhaupt zu erkranken, können nur Sie selber. Jede Form von Krebs nur durch Lebensführung zu vermeiden, das wäre wahrlich ein Traum und wird kaum gelingen. Dafür sind bösartige Erkrankungen zu komplex und haben viele Faktoren, die dazu beitragen das sie entstehen können. Aber wir können unser Risiko sehr mindern, wenn wir wissen, welche Risiken wo lauern und aktiv werden, Probleme rechtzeitig zu erkennen, so lange sie klein sind.

 

Krebsvorsorge ist, aktives, eigenes Tun.

Natürlich erfordert es auch aktives Tun, sich zum „TÜV“ anzumelden und hinzugehen. Über 90% der Frauen, die heute noch in Deutschland an Muttermundskrebs sterben, waren über 5 Jahre nicht beim „TÜV“. Vorstufen können heute sehr schonend unter Erhalt der Gebärmutter und der Fruchtbarkeit behandelt werden. Ein frühzeitig erkannter Brustkrebs ist heute zu über 70% langfristig heilbar und die betroffenen Frauen sterben irgendwann an Herzinfarkten oder anderen Erkrankungen, die uns irgendwann erwischen. Einmal im Jahr die Brust professionell abtasten zu lassen, ist auch gut und ein Minimum an Früherkennung, besser ist es, zwischendurch selber aktiv zu werden.

Seitdem wir MammaCare als wissenschaftlich validierte Methode in der Praxis nutzen, um Frauen zu lehren, sich selber gut zu untersuchen, bin ich immer wieder erstaunt, wie klein die Befunde sind, mit denen die Patientinnen kommen. Linsengroße Knötchen, bei der letzten Patientin ein 4 Millimeter großes Fibroadenom (gutartige Bindegewebs-Böppel) Meistens gutartig, aber selber, wenn nicht, dann oft mit sehr guten langfristigen Aussichten. Die Frauen berichten vor allem, dass das Training ihnen geholfen hat, die Unsicherheit abzulegen die die in sich knubbeligen Milchdrüsen verursachen, die beim Selbst-Abtasten oft so auffallen. Das Gefühl von „Oh-Göttin, alles ist voll Knoten“ ändert sich in: „Ok, meine normalen Milchdrüsen-Knubbel, die kenne ich und ich finde Veränderungen.“ Ich bin immer wieder erstaunt, mit wie kleinen Befunden die Frauen bei uns in der Praxis ankommen, die regelmäßig MammaCare bei sich durchführen. Mini-Knötchen, kaum 5 mm groß, die sich meist bei einer Ultraschall-Untersuchung dann oft als harmlose Zysten entpuppen.

 

Daher übergebe ich jetzt das Wort an Frau Gühne , unsere Krankenschwester für die Brustgesundheit:

 

MammaCare® – Werden Sie Ihre persönliche Brustexpertin!

Wohl die meisten Frauen wissen, dass die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs empfohlen wird. Tatsächlich gibt es kein anderes Verfahren, dass so erfolgreich Tumore aufspürt.

Aber Hand aufs Herz: Tasten Sie jeden Monat sorgfältig Ihre Brust ab? Und wie geht es Ihnen dabei? Sind Sie sicher, dass Sie es „richtig“ machen? Schenkt Ihnen das Abtasten beruhigende Sicherheit oder fragen Sie sich immer wieder, wie Sie das, was Sie tasten, einordnen sollen?

Gleich ob Sie (noch) zu den 73 Prozent der „Nicht-Abtasterinnen“ in unserem Land gehören oder einfach unsicher sind: MammaCare® könnte die Lösung für Sie sein. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um MammaCare.

 

Worum geht es bei MammaCare?

MammaCare vermittelt Frauen das nötige Wissen, damit sie ihre Brust zuverlässiger selbst untersuchen und mögliche Tumore möglichst früh erkennen können. Denn je früher Brustkrebs erkannt wird, umso besser ist er in der Regel heilbar.

 

Warum sollte ich meine Brust regelmäßig abtasten?

Jede Brust ist anders. Ihr Frauenarzt hat zwar viel Erfahrung im Abtasten, wird aber eine einzelne Brust niemals so gut kennen lernen, wie die Frau selbst das kann. Daher können Sie – mit entsprechender Schulung und Übung – Veränderungen Ihrer Brust viel feiner wahrnehmen als Ihr Arzt, der Ihre Brust nur ein- bis zweimal im Jahr untersucht und ständig neue Eindrücke von anderen Brüsten gewinnt.

Auch die Erfolge sprechen für sich: Obwohl nur 27 % aller Frauen ihre Brust jeden Monat abtasten, werden auf diese Weise 80 % der Fälle von Brustkrebs entdeckt! Die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust

  • ist so erfolgreich, wie kein anderes Verfahren bei der Entdeckung von Brustkrebs
  • lässt sich bequem zu Hause durchführen – ohne Termin und Fahrtaufwand
  • gewährleistet eine kontinuierliche, monatliche Kontrolle
  • ergänzt optimal die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen
  • stärkt Ihre gesundheitliche Selbstverantwortung
  • ist kostenlos nachdem Sie einmal das Trainig durchlaufen haben
  • ist absolut unschädlich und
  • gibt Ihnen Sicherheit.
  • Warum MammaCare?


Viele Frauen sind verunsichert, wenn es um die Selbstabtastung ihrer Brust geht. Wann soll ich meine Brust abtasten? In welcher Position? Wie taste ich am besten? Und wie unterscheide ich potenzielle Tumore von möglichweise knotigem Drüsengewebe der gesunden Brust? Bei all diesen Fragen und Ängsten hilft MammaCare. MammaCare

  • zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Brust richtig abtasten,
  • schult Ihren Tastsinn – ähnlich wie beim Erlernen der Blindenschrift,
  • ist bis die einzige, wissenschaftlich überprüfte Form der klinischen Brustuntersuchung,
  • eignet sich für alle Brüste – auch größere und schwerere,
  • gestattet ein Abtasten in den verschiedenen Tiefen des Brustgewebes,
  • ermöglicht sogar das Auffinden kleiner Knötchen mit ca. 5 mm Durchmesser,
  • macht Sie zum besten Experten Ihrer eigenen Brust und
  • schenkt Ihnen mehr Sicherheit.


Allein durch Broschüren oder kurze Erklärungen ist das hierfür nötige Gespür niemals zu erreichen. Dafür bedarf es einer individuellen Betreuung, bei der Ihr Vorgehen von einem Experten kontrolliert und bei Bedarf korrigiert wird.
Den großen Nutzen von MammaCare bestätigen auch die Erfahrungen in unserer Praxis. Frauen, die den MammaCare-Kurs bei uns gemacht haben, erkennen erstaunlich kleine Veränderungen und melden sich bei Bedarf vertrauensvoll zur Ultraschall-Kontrolle an Frau Dr. Struck und ihre Kolleginnen. Bisher immer zu Recht, was keineswegs heißt, dass die Frauen immer Krebs hatten. Meist handelt es sich um gutartige Verhärtungen, die aber einfach abgeklärt werden müssen. Und falls doch einmal ein bösartiger Tumor dahintersteckt, kann das frühe Erkennen unter Umständen lebensrettend sein. Denn: Je kleiner der Knoten, desto besser die Therapieoptionen!

 

Wie läuft MammaCare ab?

In einer nur 90-minütigen Unterrichtseinheit lernen Sie bei MammaCare allein oder in Kleingruppen mit zwei bis vier Teilnehmerinnen, wie Sie nach und nach mit den Fingerbeeren Ihre Brust abtasten. Da sich der Tastsinn an einem Modell am besten schulen lässt, üben Sie zunächst an einem der Brust nachempfundenen Silikonmodell, in das verschiedene Knoten und Gewebsstrukturen eingearbeitet sind. Mit der richtigen Tasttechnik lernen Sie in kurzer Zeit, „gesund“ und „nicht gesund“ bzw. abklärungswürdig zu unterscheiden. Anschließend üben Sie das Abtasten Schritt für Schritt an Ihrer eigenen Brust. Wenn Sie Ihre Brust monatlich nach dem MammaCare-Konzept abtasten, lernen Sie diese immer besser kennen und werden zum besten Gesundheitsexperten Ihrer Brust!
Wann ist der beste Zeitpunkt für das Abtasten der Brust?
Im Verlauf des Zyklus verändern sich die Struktur und die Festigkeit der Brust. Besonders gut zu untersuchen ist sie am 5.-10. Tag nach Beginn der Regelblutung. Dann ist die Brust besonders weich und besser zu tasten. Wenn Sie keine Regelblutung mehr haben, legen Sie am besten einen festen Termin pro Monat für die Selbstuntersuchung fest – sozusagen als Date mit sich selbst.

Als MammaCare-Trainerin erlebe ich immer wieder, wie schnell Frauen Fortschritte beim Abtasten ihrer Brust machen, immer sicherer werden – und langfristig davon profitieren. Daher kann ich Sie nur dazu ermutigen, es selbst auszuprobieren und einen Kurs zu besuchen.


Viel Freude dabei und alles Gute für Ihre Brustgesundheit wünscht Ihnen


Ihre Tonia Gühne

 

 

Ein bis zwei mal pro Monat schreiben wir neue Beiträge, wenn Sie keinen neuen Blog-Eintrag, Webinar oder Online-Kurs verpassen möchten, melden Sie sich bitte für unseren Newsletter an.

Anmeldung zum Newsletter - wir geben Adressen nicht weiter!

wenn Sie RSS bevorzugen: hier ist der Feed: http://www.frauengesundheit-kiel.de/share/blogposts.xml

Wer mehr über Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) wissen möchte: Frau Dr. med. Khadiga Krüger steckt gerade in einer TCM-Ausbildung.

________________________________

1Die Anfärbe-Methode für die beim Abstrich gewonnenen Zellen hat ein griechischer Kollegenamens Dr. George Papanicolaou 1928 nach intensiver Forschung über Vorstufen von Krebsvorgestellt. Seit 1974 können Frauen in Deutschland zu regelmäßigen Abstrichkontrollen zur Frauenärztin gehen und obwohl lange nicht alle Frauen an der Vorsorge teilnehmen ist in den letzten 40 Jahren die Sterblichkeit am Muttermundskrebs um über 70 % gesunken: Ein echtes Erfolgsmodell.

Disclaimer:

Die Beiträge dieses Blogs dienen der allgemeinen Information über gesundheitliche Themen. Sie können und sollen in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Sie sollten daher die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden und sie dürfen nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Zur eigenverantwortlichen Behandlung geringfügiger Gesundheitsstörungen finden  Sie hier Informationen zu Teemischungen und Produkten, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Es entbindet sich nicht von der Pflicht, die Beipackzettel zu studieren und ggf. Rat von Ihrer Ärztin oder Apothekerin einzuholen. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen. Die Inhalte erheben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden.

Es sind eventuell in diesem Blogbeitrag Präparate- und Produktnamen genannt; dabei wurden Warennamen nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises (Warennamen) kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt. Die genannten Produkte stammen aus der Erfahrung in meiner Praxis und ich beziehe kein Geld von den betreffenden Pharmafirmen für die Nennung. 

Zurück